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Die MZ Spezialisten
die MZ-B Vertriebs GmbH hat ihre Wurzeln im ehemaligen Motorradwerk Zschopau, der Heimstatt von MZ.


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DKW / MZ Museum in Zschopau

die Bilder können durch anklicken vergrößert werden

Die Motorradstadt Zschopau ist seit kurzem um eine Attraktion reicher, und zwar eine sehr wichtige - ein Museum für die Geschichte des Zschopauer Motorradwerkes. Das Museum ist nur einen Steinwurf von alten Werk entfernt im wunderschön restaurierten Schloß Wildeck untergebracht (bitte nicht mit dem Schloß Augustusburg verwechseln, indem sich ebenfalls ein Motorradmuseum befindet).

Ich habe das Museum gemeinsam mit dem ehemaligen Direktor für Produktion des Motorradwerkes Zschopau, Christian Heydenreich besucht um der MZ Gemeinschaft hier auf dieser Seite einen kleinen Eindruck von dem sehr sehenswerten Museum zu vermitteln. 

Christian war genau der richtige Partner für den Besuch. Er kennt MZ, das Werk, seine Erfolge und Probleme genau und er ist mit recht noch heute sehr stolz auf die Erfolge von MZ. Dabei meint er nicht nur die Sporterfolge, sondern vor allem auch die Produktionserfolge. Immerhin hat er sein ganzes Berufsleben bei MZ verbracht, vom Lehrling bis zum Produktionsdirektor - dem leider letzten den MZ hatte. Auch sein Vater hatte schon im Werk gearbeitet, erst bei DKW und später, nach seiner Rückkehr aus dem sowjetischen Ischewsk, bei MZ als Entwicklungsingenieur. (Zu seinen Patenten gehörten u.a. der MZ Kettenschutz). Sein Sohn arbeitet bei MZ Hohndorf als Renn- und Versuchsfahrer. Also drei Generationen Motorradbauer.

Das Museum ist inhaltlich in 3 Bereiche gegliedert, die Vorkriegsgeschichte von DKW in Zschopau, die MZ Gebrauchsmotorradproduktion und die MZ Sportmotorradgeschichte. Die Beschilderung der Exponate ist übrigens in Deutsch und Tschechisch, Zschopau ist eben Grenzregion und stellt sich dieser Aufgabe auch im Detail.
Auto-Union Ingolstadt hat dem Museum zahlreiche Leihgaben überlassen, mit denen die DKW Geschichte ausgezeichnet dargestellt wird. Exzellent restaurierte Maschinen und informative Wandtafeln zeugen von der Vielfalt der DKW Produktion jener tage. Und das alles in einem sehr attraktiv gestalteten Raum, der trotz der Fülle der Informationen und Modelle großzügig und nicht überladen wirkt.
Im Mittelteil des Museums die Geschichte von MZ , da sind BK350, RT, ES, ETS,TS, ETZ. Leider nicht ganz in dem Topzustand wie die DKW von Auto-Union, aber sie sind da und zeugen von einer erfolgreichen Geschichte, die im übrigen weit länger als jene von DKW währte.
  Auch hier an den Wänden informative Tafeln. Hier kann man u.a. auch die Geschichte des wenig bekannten MZ Kreiskolbenmotors (Prinzip wie Wankel) nach verfolgen, an dem MZ in den 60er Jahren entwickelte. Von Christian erfahre ich das ein Grund der nicht weiteren Verfolgung des Projektes darin bestand das der Motor nicht reparaturfähig war, er musste im Schadensfalle komplett ausgetauscht werden, und dazu hatte man eben keine Kapazität. Auf der Autobahn, so Christian, hatten die Kreiskolben MZ jedenfalls alles abgehängt.

Es gibt auch Fotos von Designstudien zu sehen, z.b. zur ETS 250. Wer die ETS, so wie sie wirklich gebaut wurde in ihren klaren Linien schätzt, bekommt beim Anblick der Studie sicher etwas kalten Schauer. Wie Christian erklärt, hatte MZ zwei private Designer. Was die machten, traf nicht immer den Geschmack des Werkes (und der Kunden). Einen hatte er mal gefragt, warum man sich bei alle seine Entwürfe erst länger an den Anblick gewöhnen müsse, da keiner sofort gefiel. Die Antwort war, auch bei den Italienern müsse man sich erst an Neues gewöhnen. Nun ja, der Tank der ETZ ist etwas woran sich kaum einer gewöhnt hat. Oder?

       

Beim Durchblättern der zahlreichen und gut angeordneten Klapptafeln an der Wand sowie beim Ansehen des umfangreichen Film-Materiales, welches über einen programmgesteuerten Monitor am Ende des Museumsraumes individuell abrufbar ist wird das Ringen der Zschopauer Motorradbauer um ihr Werk sichtbar. Von den ersten schweren Stunden des Neubeginns nach dem Krieg und der Demontage des Werkes im Zuge der Reparationsleistungen an die Sowjetunion bis zum bitteren Aus durch den Treuhandbeschluß über die Abwicklung des Werkes Christian hat beide Ereignisse sehr hautnah miterlebt. Das erste als Kind dessen Vater von der sowjetischen Besatzungsmacht zusammen mit anderen DKW Ingenieuren und kompletten Fertigungsstraßen für Motorrädern nach Ischewsk verbracht wurde und erst nach Jahren wieder zurück konnte. Christians Vater ist auf etlichen der ausgestellten Fotos zu sehen.

Beim zweiten Ereignis, dem Ende des Werkes 1991 musste er miterleben wie alles, was durch ihn und seine Kollegen in vielen Jahren mühevoller Arbeit aufgebaut wurde demontiert und vernichtet wurde. Das zweite mal in der Geschichte des Werkes und auch das letzte. endgültige Mal.

Zwischen diesen beiden markierenden Ereignissen aber standen die Jahre intensiver Produktionsanstrengungen. Bis zu 90.000 Motorräder pro Jahr verließen das Werk und kündeten in aller Welt von der Solidität der kleinen Zweitakter aus Zschopau. Christian vermisst im Museum ein wenig die Darstellung der produktionstechnischen Leistungen, die dies ermöglicht haben. MZ, sagt er war nicht wie manche heute meinen eine grobe Schmiede in der etwas zusammengezimmert wurde, sondern verfügte über moderne Produktionseinrichtungen, die zum guten Teil selbst entwickelt und hergestellt wurden, das Asynchronband zur teilautomatischen Motorenmontage z.B. 

In der Ecke eine MZ in ungewöhnlicher Optik, ganz klar, der Motor und das Fahrwerk sind ETZ 250, aber die Verkleidung? Es ist eine MZ Brasilia, montiert in Brasilien aus Komponenten und unter Anleitung von MZ Ingenieuren. Zu DDR Zeiten ein gut gehütetes Geheimnis wie Christian erklärt, sonst hätten die Kunden nur so eine MZ gewollt. Die brasilianische Episode währte aber nicht lange.
Am Ende der Museumsräume der Bereich Motorsport. Hier werden Erinnerungen an die ganz großen Zeiten der Sixdays Siege und das Geschehen auf dem Sachsenring und anderen Rennpisten wieder wach. Fotos und Tafeln erinnern an klagvolle Namen.
Beim Verlassen des Museums bemerkt man in einem kleinen Vorraum 2 MZ neuester Produktion, eine 125er und eine 1000er aus Hohndorf. Beides Leihgaben von MZ, deren Logo sich als Sponsor auch auf der Rückseite der Eintrittskarte zum Museum befindet, die im übrigen nur einen symbolischen Euro kostet.

Alles in allem ein sehr wichtiges, sehr interessantes und gelungenes Museum, dessen Besuch kein MZ Freund versäumen sollte, der nach Zschopau kommt. Wir möchten uns an dieser Stelle im Namen der internationalen MZ Gemeinde bei den Machern des Museums herzlich bedanken und ihnen viele interessierte Besucher wünschen. Wir sind überzeugt, dass das Museum noch weiter ausgebaut werden wird, um so noch umfassender und detailierter die vielfältige und einzigartige Geschichte des Motorradwerkes auch für künftige Generationen zu bewahren.

Edgar Uher, MZ-B

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